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Auf den Flügeln der Musik

Die Kirchenmusik ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Gemeindelebens. Das Musikprogramm – ob als gestaltendes Element des Gottesdienstes oder als eigenständige Konzertveranstaltung – wird in abwechslungsreicher Weise von unserem Kantor Samuel Dobernecker gestaltet.

In Kantatengottesdiensten können die Besucher Kantaten von Johann Sebastian Bach und anderen Komponisten für Orchester, Solisten und Chor genießen. An hohen Feiertagen wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten darf festliche Kirchenmusik natürlich nicht fehlen. Solche Anlässe werden mit Chormusik von unserem Vokalensemble, dem Kinderchor, Werken mit kammermusikalischer Besetzung, Blechbläserstücken und vielem mehr konzertant gestaltet. Für unsere Jazz-Gottesdienste sind wir schon seit vielen Jahren über die Gemeindegrenze hinaus bekannt.

Gefördert wird unsere Kirchenmusik vom Förderverein „Freunde der Kirchenmusik in der Reformationskirche e.V.“

 

Musik im Gottesdienst

Am Sonntag, 13. Juni 10.30 Uhr findet wieder ein Jazz-Gottesdienst statt. Zu Gast ist - anders als in den kontakten angekündit - ein Quartett um den Bayenthaler Jazz-Pianisten Jarry Singla: Jarry Singla / Piano, Rageed William / Duduk & Ney, Christian Ramond / Bass, Ramesh Shotham / Perkussion. Nach dem Gottesdienst sind alle zu Jazz und ggf. Kölsch auf den Kirchenvorplatz eingeladen. 

Die Konfirmationsgottesdienste am 25. und 26. September werden musikalisch begleitet von Annie Bloch / Orgel und Raissa Mehner / E-Gitarre. Den beiden Musikerinnen gelingt es, ihre Instrumente auf einzigartige Weise verschmelzen und dabei etwas ganz Neues entstehen zu lassen. Sie treten regelmäßig als Duo mit improvisierter Musik auf und waren in der Reformationskirche zuletzt mit einem sehr gelungenen Stummfilmkonzert („Das Cabinet des Dr. Caligari“) zu hören.

Am Sonntag, 7. November um 10.30 Uhr werden im Gottesdienst Psalmvertonungen aus Louis Lewandowskis 18 Liturgischen Psalmen erklingen – insofern es die geltenden Corona-Bestimmungen erlauben. Die Gottesdienstmusik war ursprünglich für den Gottesdienst am 30. Mai bestimmt. Es singt das Vokalensemble an der Reformationskirche. 

Konzerte

Am Donnerstag, 9. September um 20 Uhr findet ein besonderes Orgelkonzert mit Einführungsvortrag (19 Uhr) statt. Es erklingt Jüdische Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts, darunter synagogale Orgelwerke und konzertante Musik mit jüdischem Thema und von jüdischen Komponisten. Das Konzert findet anlässlich des Festjahres 1700 Jahre in Deutschland statt und ist zudem das Eröffnungskonzert des 11. Ökumenischen Kirchenmusikfestivals Köln "3-2-1 Orgel". Das Konzert wird eingeführt durch einen Vortrag der deutsch-amerikanischen Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Tina Frühauf / New York. An der Orgel wird Kantor Samuel Dobernecker zu hören sein. 

Der Eintritt beträgt 10/5€ an der Abendkasse, Kinder bis 12 Jahre sind frei. Es gilt die sogenannte 3G-Beschränkung; eine Anmeldung ist nicht erforderlich, es gilt keine Maskenpflicht. Das Konzert wird ermöglicht mit Unterstützung des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd.  

Im Rahmen des 11. Kölner Kirchenmusikfestivals gibt es bis zum 19. September eine Vielzahl von Konzerten, Gottesdiensten und Familienakzenten zu erleben: www.kirchenmusikfestival.de

Zum Thema: Dass es überhaupt jüdische Orgelmusik gibt, ist eine Entwicklung, die alles andere als selbstverständlich ist und die im Ganzen leider auch nur etwa 100 Jahre angedauert hat. Sie darf als Spitze einer europäisch-jüdischen Kultur der Annäherung gelten, die im 19. Jahrhundert mit großer Kraft aufkeimte und im Strudel der Gewalt des 20. Jahrhunderts unterging.  Dass diese Kultur im öffentlichen Bewusstsein heute kaum eine Rolle spielt, macht uns unwillentlich zu Fortschreibern der Zerstörung. Das Konzert möchte sich dem Vergessen entgegenstellen; möge aus der Erinnerung auch eine Inspiration für unser Zusammenleben heute erwachsen. 

An den Bogen dieser Kultur sei hier kurz erinnert. Die Jüdische Aufklärung (Haskalah) und ein zunehmend modernes Staatsverständnis waren die Voraussetzungen zu umfangreichen Reformen des synagogalen Gottesdienstes. Parallelen zu den Anliegen der christlichen Reformation sind unverkennbar: Es ging neben der Musik auch um die Revision alter Texte und die Einführung der Landessprache (abseits der heiligen Texte). Mündlich tradierte Gesänge wurden verschriftlicht, Chöre gegründet und in sehr erstaunlichem Umfang Orgeln gebaut. Zwischen Traditionalisten und Reformern entzündete sich ein heftiger Streit, der schließlich in die Aufspaltung in Orthodoxie und liberale Richtungen mündete. 

Im 20. Jahrhundert suchten jüdische Komponisten nach einem unverkennbar „jüdischen“ Klang, der das harmonisch-metrische Gefüge klassisch-romantischer Musik hinter sich lässt. Es entstand ein immer stärker solistisches Repertoire für den Konzertraum. Die Machtergreifung der Nazis unterbrach diese Entwicklung jäh; einige Komponisten komponierten noch im sogenannten Jüdischen Kulturbund, viele wurden in den Vernichtungslagern ermordet, einige emigrierten und knüpften in den USA und Israel an diese Tradition an. Herman Berlinskis „Sinfonie No. 5 On Poetry by Nelly Sachs“ von 1968 gedenkt der Auslöschung dieser Kultur. 

Zum Programm: 

19 Uhr  "Etwas Unerhörtes...": Orgel und Orgelmusik in jüdischer Kultur  

Vortrag von Dr. Tina Frühauf / New York

20 Uhr Konzert

Louis Lewandoswki (1821 Wreschen - 1894 Berlin):   Fünf Fest-Präludien op. 37 

David Nowakowsky (1848 Malyn -1921 Odessa):       Preludium zum Abend am Purimfest 

Hans Samuel (1901 Essen - 1976 Rishon LeZion):     Variations in Canonic Style on „Aḥot ketanah“

Arno Nadel (1878 Wilna - 1943 Auschwitz):               Passacaglia über „Wadonaj pakad ess ssarah“

Herman Berlinski (1910 Leipzig - 2001 Washington): Sinfonia No. 5, „On Poetry by Nelly Sachs“

Heinrich Schalit (1886 Wien - 1976 Evergreen/USA:  Organ Prelude

Tina Frühauf ist Adjunct Associate Professor an der Columbia University in New York und an der Fakultät des Graduate Center, CUNY. Die Erforschung jüdischer Musik in der Moderne ist seit zwei Jahrzehnten ihr primärer Forschungsschwerpunkt, mit Monografien von Orgel und Orgelmusik in deutsch-jüdischer Kultur (Georg Olms Verlag, 2005) bis Transcending Dystopia: Music, Mobility, and the Jewish Community in Germany, 1945-1989 (Oxford University Press, 2021). Zu Dr. Frühaufs jüngsten Veröffentlichungen gehört Dislocated Memories: Jews, Music, and Postwar German Culture (Oxford University Press, 2014, mit Lily E. Hirsch), das mit dem Ruth A. Solie Award und dem Jewish Studies and Music Award der American Musicological Society ausgezeichnet wurde, sowie die Aufsatzsammlung Postmodernity's Musical Pasts (Boydell Press, 2020). 

 

Am Sonntag, 26. September 16 Uhr gibt es nach langer Zeit wieder ein Eltern-Kind-Konzert: Die Evangelischen Kinderchöre Brühl und Köln-Bayenthal führen das Kindermusical "König David" von Thomas Riegler auf. Kinder von 2 bis 12 Jahren und ihre Eltern sind herzlich eingeladen zu etwa einer Stunde Musik, Schauspiel und Gesang. Dieses Mal geht es ins alte Israel vor etwa 3000 Jahren: Dort wurde einst ein kleiner Junge von der Weide gerufen, der später ein großer König wurde. Vielleicht hast du schon einmal von dem Kampf zwischen David und Goliath gehört, von dem ganz Kleinen, der den Riesengroßen besiegt hat? 

Das Konzert findet in der Kirche statt. Es gelten die sogenannten 3G-Beschränkungen. Eine Anmeldung ist, anders als in den kontakten angekündigt, nicht notwendig. Der Eintritt ist frei, eine Spende zur Deckung der Unkosten erbeten.

 

Am Sonntag, 3. Oktober 16 bzw. 18 Uhr findet in der Erlöserkirche Rodenkirchen ein Vortrag und Konzert zu synagogaler Chormusik mit Axel Weggen / Düsseldorf, Kantor Amnon Seelig / Mannheim und dem Lewandowski-Ensemble Düsseldorf statt.

 

Am Sonntag, 24. Oktober um 18 Uhr erklingt ein Orgelkonzert der jungen Konzertorganistin Flavia Gianfreda / Rom, die sich so nach einer dreijährigen Studienzeit von Köln verabschiedet. Folgendes Programm erklingt: 

J.S. Bach (1685 -1750): Präludium und Fuge e-Moll BWV 548

Dominik Susteck (*1977): „Schwarzes Loch“ aus „Orgellabyrinth (2020)“               

César Franck (1822-1890): Choral in H Moll, FWV 39/2

Juan Cabanilles (1644-1712): Pasacalles de I Tono, M386 No. 47

Max Reger (1873-1916): Fantasie und Fuge op. 135b (II. Fassung)

Der Eintritt beträgt 10/5€. Kinder bis 12 Jahre sind frei. Es gelten die sogenannten 3G-Beschränkungen. 

Quartalslied

Wie viele Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch kennen Sie? Oder anders gefragt: Wie viele Lieder könnten Sie sofort mitsingen? Bei wie vielen Liedern bräuchten Sie eine kurze Zeit, um sich wieder zu erinnern? Und wie viele der 695 Lieder und Gesänge, die unser Evangelisches Gesangbuch enthält, haben Sie noch nie gehört? Natürlich würden Ihre Antworten individuell unterschiedlich ausfallen. Dennoch ist klar: Viele Lieder unseres Gesangbuches sind weitestgehend unbekannt geblieben.

Um das zu ändern, wird mit jedem neuen Quartal von Prädikant Ulrich Bauer und unserem Kantor ein Kirchenlied ausgewählt, welches in unserem Gemeindebrief „kontakte“ vorgestellt und bezüglich seiner textlichen und musikalischen Bedeutung näher erläutert wird. Dabei soll jenes Lied auch für den jeweiligen Zeitraum im Gottesdienst vermehrt Verwendung finden, vorzugsweise als zweites Lied zwischen den Lesungen.

Erläuterungen zum aktuellen Quartalslied finden Sie hier.

Musik 2021

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